Tilman Asmus Fischer
Tilman Asmus Fischer

Jahresbericht 2014 des Bundeskulturreferenten

Die Tätigkeiten des Bundeskulturreferenten standen in den vergangenen Jahren unter dem Zeichen der vom Bundesvorstand angeschobenen Reformen unserer landsmannschaftlichen Arbeit. Schwerpunkte lagen dabei – neben der allgemeinen Beratung von kulturpolitischen Fragen auf der landsmannschaftlichen Bundesebene – in

  • der Planung und Leitung der jährlichen verständigungspolitischen Frühjahrstagung,
  • der Mitwirkung an der Neuausrichtung der Zeitung „DER WESTPREUSSE“,
  • der Weiterentwicklung kulturpolitischer Konzeptionen im Gesamtzusammenhang der deutschen Vertriebenenpolitik, sowie
  • der Betreuung des Facebook-Auftritts „Kulturerbe Westpreußen“.

Die Frühjahrstagung 2014 stand unter dem Thema „Was uns verbindet. Europäische Partnerschaftspolitik für Westpreußen“. Damit wurden Erkenntnisse aus den beiden vorangegangenen Frühjahrstagungen gebündelt und entwickelt: 2012 war zunächst nach der Einheitlichkeit bzw. den Facetten der Erinnerungslandschaft Westpreußen und nach ihren identitätsstiftenden Potentialen für Deutsche, Polen und Kaschuben gefragt worden („Das gibt’s doch gar nicht! Auf der Suche nach westpreußischer Identität“). Die Einsicht in die parallele Existenz sich bisweilen überschneidender westpreußischer Identitäten (in Spannungsfeldern von z. B. Nationalitäten oder ländlichem und städtischem Raum) wurde 2013 durch die Beschäftigung mit westpreußischen Erinnerungsorten vertieft („Brücken zwischen Vergangenheit und Zukunft – zwischen Deutschen und Polen. Erinnerungsorte zur gegenseitigen Verständigung“). Essenz der Vorträge und Diskussionen 2012 und 2013 war die Bestätigung für eine seit längerem erprobte synergetische Verknüpfung von Landeskunde, Kulturarbeit und Verständigungspolitik im Sinne eines gemeinsamen kulturpolitischen Auftrags von Deutschen, Polen und Kaschuben für die Kulturregion Westpreußen. Dieses gemeinsame Tun, das einen deutlich vorangeschrittenen Verständigungsprozess voraussetzt, ist es, das 2014 unter dem Begriff „Partnerschaftspolitik“ beleuchtet wurde. Dabei wurden als drei exemplarische Schwerpunkte gesetzt

  • geteilte Erinnerung und europäische Gedenkkultur,
  • die Zusammenarbeit von Landsmannschaft und Volksgruppe, sowie
  • die Zukunft von Muttersprache und Identitätsbindung.

Aus der Tagung heraus entwickelte sich eine gemeinsame Initiative des Bundeskulturreferenten und des Präsidenten des Verbandes der deutschen sozial-kulturellen Gesellschaften in Polen, Bernard Gaida, für die Entwicklung einer gemeinsamen Strategie von Vertriebenen- und Volksgruppenorganisationen zum Erhalt ostdeutscher Heimatsammlungen (Sh.: Tilman Asmus Fischer und Bernard Gaida: Neues Heim in der alten Heimat? Gedanken über eine Zukunft verwaister Heimatsammlungen bei der deutschen Volksgruppe in Polen, in: Kulturpolitische Korrespondenz Nr. 1347 / August 2014).

Medium eines gemeinsamen grenzüberschreitenden Diskurses über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft Westpreußens soll auch in den kommenden Jahren die Zeitung „DER WESTPREUSSE“ sein. Hierzu wurde mit der grafischen Neugestaltung, die zugleich konzeptionelle Implikationen einschließt, aus Sicht des Bundeskulturreferenten ein stabiles Fundament gelegt.

 

Berlin, den 11. März 2015, Tilman Asmus Fischer, Bundeskulturreferent

 

Aus: Landsmannschaft Westpreußen: Der Jahresbericht 2014

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Rezension zu:

Didier Eribon: Rückkehr nach Reims

In: zeitzeichen 4/2017, S. 68.

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