Tilman Asmus Fischer
Tilman Asmus Fischer

Deutsche jenseits von Oder und Neiße

Tagung der Kultursti­ftung der deutschen Vertriebenen in Göttingen

25 Jahre deutsch-polnischer Nachbarschaftsvertrag sind – wie die entsprechenden vorangegangenen Jubiläen dieses Vertragswerks – für die deutschen Heimatvertriebenen Anlass, sich über den Stand der grenzübergreifenden Partnerschaft zu verständigen und auf wichtige Aspekte der deutsch-mittelosteuropäischen Geschichte zurückzublicken. Dies geschah vom 4. bis 5. Mai bei einer internationalen Begegnungstagung, die von der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen in Verbindung mit der Gemeinnützigen Gesellschaft Albertinum e.V. in Göttingen veranstaltet wurde und unter dem Titel „Deutsche im heutigen Polen und im Kaliningrader Gebiet. Ungewisse Zukunft trotz reicher Tradition?“ stand.

 

Nachdem die Anwesenden des 2015 verstorbenen westpreußischen Juristen und aktiven Mitstreiters der Gemeinnützigen Gesellschaft Albertinum Dr. Jürgen Poeschel gedacht hatten, eröffnete die AGMO e. V. (Gesellschaft zur Unterstützung der Deutschen in Schlesien, Ostbrandenburg, Pommern, Ost- und Westpreußen), vertreten durch ihren stellvertretenden Vorsitzenden Tilman Fischer, das Vortragsprogramm mit einem Beitrag über „Das Ende des Kommunismus und das Schicksal der deutschen Volksgruppe jenseits von Oder und Neiße“.

 

Eine anschließende Podiumsdiskussion befasste sich, moderiert von Barbara Kämpfert, mit Erfahrungsberichten aus der Praxis grenzüberschreitender Zusammenarbeit. Hierbei kamen Edwin Kemnitz (Deutsche sozial-kulturelle Gesellschaft , Schneidemühl), Dr. Josef Schneider (Euro-Bridge e. V. – Deutsch-Ukrainischer Verein für Humanitär- und Entwicklungshilfe, Dresden), Dr. Józef Zaprucki (Staatliche Riesengebirgs-Hochschule / Karkonoska Państwowa Szkola Wyzsza, Hirschberg) und Friedrich Zempel (Erinnerung, Begegnung, Integration – Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen, Dresden) mit dem Publikum ins Gespräch.

 

Nachdem der Ehrenvorsitzende der Kulturstift ung der deutschen Vertriebenen, Hans-Günther Parplies, am Abend des 4. Mai im Tagungshotel über „Das Collegium Albertinum – Rückblick und Ausblick“ referiert hatte, fanden die beiden morgendlichen Vorträge des 5. Mai im Veranstaltungssaal dieses von Ostpreußen gegründeten Studentenwohnheims statt: Anschließend an ein Grußwort der Niedersächsischen Landesvorsitzenden der Landsmannschaft Ostpreußen, Dr. Barbara Loeffke, führte Professor em. Dr. Dr. h. c. Jürgen Bloech in historische und aktuelle Aspekte der ostpreußischen Landwirtschaft ein. Den Blick auf die aktuelle Lage in Nordostpreußen vertieft e Pfarrer Wladimir Michelis von der Evangelisch-lutherischen Propstei Königsberg mit Blick auf seine Kirche.

 

Nach Rückkehr ins Tagungshotel und Mittagessen beschloss der renommierte Ordenshistoriker Professor Dr. Dr. h. c. mult. Udo Arnold die Tagung mit einem grundlegenden Vortrag zur preußischen Reformationsgeschichte unter dem Titel „Vom Ordensstaat zum Herzogtum«. TAF

 

Erschienen in: DOD – Deutscher Ostdienst 3/2016 und in Der Westpreuße – Unser Danzig 8/2016.

 

 

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Rezension zu:

Didier Eribon: Rückkehr nach Reims

In: zeitzeichen 4/2017, S. 68.

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© Tilman Asmus Fischer